Dieseltriebwagen ex DRG VT 764

Projekt „Alter Dessauer“

des Vereins der
Freunde der Halle-Hettstedter-Eisenbahn.

Die Rückführung eines Triebwagens aus der
Anfangszeit der Motorisierung
zu seinen Wurzeln in Sachsen - Anhalt

Eine Propagandaschrift für geneigte Kreise.

Halle (Saale)24.März 2009 V2/2;
aktualisiert am 15.September 2009
Verfasser: Christian Kehr
Verein der Freunde der H.H.E.e.V.

Um was es geht:

Um es vorwegzunehmen, es geht nicht um den legendenumrankten Leopold I.,
Fürst von Anhalt-Dessau,
aber es geht auch um ein Stück anhaltinischer (Industrie-/Technik-)Geschichte
und es geht darum, Spenden für dieses besondere Projekt einzuwerben.

Als sich um die Jahreswende 2006/2007 einige Enthusiasten zusammenfanden mit dem Ziel, die Halle-Hettstedter-Eisenbahn bzw. das, was von ihr noch übriggeblieben ist, zu erhalten und in einem übergeordneten Kontext eines Kulturraumes zwischen Halle an der Saale und dem Harz als dessen inneres, verbindendes Element wiederzubeleben, war schnell klar, dass diese große (Klein-) Bahn, die nicht zuletzt auch durch die überaus lebendigen Schilderungen in vielen (Eisenbahn-) Büchern des gebürtigen Hallensers Karl-Ernst-Maedel (*2.9.1919 Halle/S., gest. 05.06.04, Worms, Gründer des „Lok-Magazin“), erinnert sei an Titel wie
„Dampf über dem Schienenstrang“,
„Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren“,
„Liebe alte Bimmelbahn“,
nahezu jedem irgendwie Eisenbahninteressierten im deutschsprachigen Raum geläufig ist, nicht mit irgendwelchen etwa gar neumodischen Fahrzeugen nach heutigen überkandidelten ÖPNV-Maßstäben zu betreiben sein wird.Im August 2009 ist es dem Verein der Freunde der H.H.E.e.V. gelungen, ein erstaunlich gut erhaltenes Exemplar eines Original-HHE-Wagens, vermutliche HHE- Nummer 3 oder 4, Baujahr 1897, Hersteller WUMAG, Görlitz, von den Rostocker Eisenbahnfreunden zu erwerben.
Auch bei zukünftigen Anschaffungen soll das Augenmerk auf einem Thematischen, historischen und regionalen Bezug zur H.H.E.als eine der ehemals größten Kleinbahnen in Deutschland, zu Sachsen-Anhalt bzw. dessen Vorläufer, der preußischen Provinz Sachsen, dem Herzogtum Anhalt bzw dem Freistaat Anhalt, ihren Eisenbahnen und den hier ansäsigen Fahrzeugherstellern liegen. So ist an den Erwerb des letzten erhaltenen Exemplars eines spelziellen Kleinbahnwagens von Gottfried Lindner aus einer Bauserie der Jahre 1913-1915, die von der provinzialsächsischen Kleinbahnverwaltung Merseburg bestellt worden war, gedacht.

Neben diesen kulturllen und historischen Bezügen durfn bei einer Anschaffungsauswahl natürlich auch betriebliche Aspekte nicht völlig außer Ach bleiben, nicht zuletzt wird eine Lokomotive oder etwas ähliches benötigt, um Züge fahren zu können. Dabei denkt man im Zusammenhang mit historischem Eisenbahverkehr unwillkürlich im ersten Atemzug an eine Dampflokomotive, im zweiten Atemzug daran, welche denn überhaupt in Frage käme und irgendwie verfügbar sein könnte und im dritten Atemzug an die Klimakatastrophe, hier weniger an CO2 Emisionen, sondern mehr an länger anhaltende klimatische Trockenphasen im Jahr und die Waldbrandgefahr beispielsweise in der Dölauer Heide und im vierten daran, dass die Streckenführung der H.H.E. durchaus anspruchsvolle Steigungen aufweist.

Von Vorteil wäre es außerdem, wenn da Triebfahrzeug von seinen technischen Parametern her auch noch außerhalb des Netzes der eigentlichen Halle-Hettstedter Eisenbahn auf dem Netz der DB-AG einsetzbar wäre.

Spätestens jetzt scheiden die allermeisten kleineren Dampflokomotiven aus, es verbliebe als Option nur noch die Beschaffung einer aber in der Museums- und Touristikbahnszene bereits allgegenwärtigen Machine der Reichsbahndampflokbaureihen 50.35 bzw. 52.80, was aber nicht nur deswegen, weil dies dann beileibe kein Alleinstellungsmerkmal wär sonder auch die Betriebseinschränkungen bei Waldbrandgefahr verblieben, keine ernsthafte Option darstellt. Von der für einen einigermaßen zuverlässigen Betrieb mit Damplokomotiven notwendigen spezifischen Infrastruktur sei an dieser Stelle ausnahmsweise mal nich die Rede.

Es wurde also kurz gesagt ein Vehikel gesucht, welches all den Anforderungen entspricht bzw. aufgezeigtn Zwängen einigermaßen gerecht wird.

Die Lösung des Problems:

der „Alter Dessauer“

(von der WEG)

Kaum zu glauben, aber es gibt
tatsächlich noch einen
Triebwagen von der
Waggonfabrik Dessau AG
(vormals Deutsche Gasbahn-
gesellschaft mbH Dessau bis
1905), Baujahr 1929,der noch
bis ins Jahr 2001 tagtäglich
im Einsatz stand, als
Heiko Focken das obige Foto
im Jahre 1998 an der
WEG-Strecke Nürtingen-Neuffen aufgenommen hat, hatte das Fahrzeug bereits rund 70 Jahre auf dem Buckel! Der mit Fug und Recht als Alter Dessauer bezeichnete Triebwagen stand bei den Ulmer Eisenbahnfreunden, Sektion Lokalbahn Amstetten - Gerstetten zum Verkauf. Gerade recht für die HHE ! Spenden Sie! Näheres am Ende diese Pamphlets.

Zur Geschichte des Alten Dessauers:

Etwa zwei Jahre nachdem die WUMAG insgesamt sechs vierachsige Triebwagen mit Benzolmotorantrieb an die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) geliefert hatte ( VT 757762) erfolgte dies auch seitens der Waggonfabrik Dessau in einer kleinen Serie von drei Fahrzeugen ( DRG VT 763-765) im Jahre 1929. Allein an den doch geringen Stückzahlen läßt sich erkennen, dass die DRG hier eisenbahntechnisches Neuland betrat, die Motorisierung im Schienenverkehr trotz der Impulse, die von der großen eisenbahntechnischen Ausstellung in Seddin 1924 ausgingen, noch in den Kinderschuhen steckte.

Den sechs von der WUMAG und den dreien von der Waggonfabrik Dessau gelieferten Triebwagen war äußerlich gemeinsam, dass die Wagenkastenseitenwände in den Bereichen über den beiden Drehgestellen schräg zu den schmalen Stirnseiten zuliefen, was man aus der Übersichtszeichnung, gut erkennen kann. Die Zeichnung befindet sich übrigens im Original bei dem vollständig vom ersten Tag an erhaltenen Betriebsbuch des "Alten Dessauers".

Die abgebildete Zeichnung
hat der Verfasser wie auch
die anderen beigefügten
Betriebsbuchauszüge
anläßlich einer Besichtigung
des Triebwagens ex VT 764
im Oktober 2008 abfotografiert.

Der Wagenkasten lehnt sich
also konstruktiv stark an die
damals für Schnellzugwagen
gängige Wagenkasten-
konstruktion an, nämlich die
bekannten „Hechte“, in der
Designer–spräche könnte man
dazu anmerken: Form folgt Funktion, denn diese Form der Untergestell- konstruktion hat den Zweck, auf die Puffer bzw. Kupplung in der Pufferbohle einwirkende Zug-/Stoßkräfte nach außen in den Langträger abzuleiten. Versteckt findet man dieses Prinzip auch bei wesentlich jüngeren Fahrzeugen.

Der "Alte Dessauer" hatte von je her Motoren von Büssing als Antriebsquellen, ursprünglich zwei Stück Benzolmotoren mit je 90 PS Leistung, die in einem besonderen Tragrahmen unterflur in Fahrzeugmitte angeordnet waren, bei einem Umbau 1931 erhielt er zwei Stück zu je 110 PS. Für die Kraftübertragung stand damals je ein Fünfgang- Schaltgetriebe der Bauart Mylius zur Verfügung. Im Gegensatz zu den WUMAG-Triebwagen hatten die Dessauer Wagen zwei kleinere Kühler auf den Dachenden und einen langgestreckten Aufbau in der Dachmitte erhalten. Der Antrieb erfolgte auf je eine Achse jeden Drehgestells.

Um sich zum Vergleich ein Bild von den WUMAG-Triebwagen machen zu können empfiehlt sich ein Besuch auf der Homepage www.zum-lokschuppen.de, dort unter Triebwagen, VT 761. Es existiert tatsächlich noch ein Exemplar aus der Serie von sechs Fahrzeugen bei den Buxtehude- Harsefelder -Eisenbahnfreunden, die das Fahrzeug in sehr gut erhaltenem Zustand weiter einsetzen, auch auf langen Strecken. Die wunderschönen Bilder unter www.zumlokschuppen. de zeigen das Fahrzeug in der Fränkischen Schweiz zusammen mit einen Trieb wagenbeiwagen, der dem VB 144001 unseres Vereins nahezu baugleich ist. Die Bilder sind so recht dazu geeignet Appetit auf eine ähnliche Zugkomposition auf der HHE mit dem Alten Dessauer zu machen.

Dem geneigten Leser sei an dieser Stelle gleichwohl ein Bild vom „WUMAG“ VT 761 nicht vorenthalten.

Das obige Bild von
Kevin Welsch wurde der Seite
www.bahnbilder.de entnommen
und zeigt den WUMAG mit
Beiwagen in seiner alten
fränkischen Heimat anläßlich
eines Besuchs bei der
Dampfbahn Fränkische
Schweiz,
Strecke Ebermannstadt –
Behringersmühle am 08.07.2007
in Ebermannstadt. Auch bei
dem WUMAG sind
die Stirnseiten umgebaut
worden.

Das Deckblatt zum Betriebsbuch des Alten Dessauers aus dem Jahre 1928/1929

Deutlich zu erkennen ist der Lieferant der
Motoren, Büssing NAG, Braunschweig.
Bemerkenswert ist dies einerseits, weil an
dem Vorläuferunternehmen der Waggonfabrik
Dessau AG, der Deutschen Gasbahngesell-
schaft mbH die Gasmotoren-Fabrik Deutz AG
aus Köln beteiligt war, man also hier eine
Präferenz erwartet hätte, andererseits weil
der "Alte Dessauer" auch später nach seiner
Modernisierung dem Motorenhersteller Büssing
aus Braunschweig treu geblieben ist, wie sich
aus den Betriebsbuchauszügen gut erkennen
läßt.

So sehen die beiden Drehgestelle des Alten Dessauers heute aus, von außen seit 1928 nahezu unverändert. Heute erfolgt der Antrieb auf jeweils beide Achsen über je eine Kardanwelle von je einem 200 PS Büssing U11 D Motor über Voith-Getriebe.

Die Anmerkungen zur heutigen Antriebstechnik mögen als Überleitung zur Geschichte des Alten Dessauers nach dem zweiten Weltkrieg dienen.

Soweit bisher bekannt war der Alte Dessauer zu Kriegsende im Raum Oldenburg in Oldenburg verblieben, interessanterweise war aber nach den Eintragungen im Betriebsbuch das AW Nürnberg für den Unterhalt des Fahrzeugs zuständig, wie übrigens auch für den WUMAG VT 761. Der Alte Dessauer ist von der Deutschen Bundesbahn (DB) 1952 als sogenannte Splittergattung ausgemustert worden. Bei der DB trug er zuletzt die Nummer VT 66 906.

Glücklicherweise ist er aber nicht den üblichen Weg alten Eisens gegangen, sondern ist von der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG) gekauft worden, die ihn für ihre speziellen Einsatzzwecke auf ihren nichtbundeseigenen (Klein-)Bahnstrecken in Württemberg in Eigenregie zum Schlepptriebwagen umgebaut hat. In dieser Form war er bis ins Jahr 2001 (!) hinein im Einsatz, was sicherlich dem Umstand geschuldet gewesen ist, dass der Alte Dessauer nach dem Umbau mit 24 Tonnen (!) Anfahrzugkraft der stärkste bis heute jemals auf deutschen Gleisen gelaufene Triebwagen ist, sich außerdem der Umbau insgesamt technisch bewährt haben dürfte, ansonsten wäre das Fahrzeug sicherlich nicht über 40 (!) hinweg Jahre als Schlepptriebwagen eingesetzt worden. Die WEG führte den Alten Dessauer zunächst als „T11“, später als „VT 401“.

Die aktuelle technische Beschreibung der Antriebstechnik des Alten Dessauers aus dem Betriebsbuch

Zur Vervollständigung noch einige aktuelle Daten des Alten Dessauers:

Höchstgeschwindigkeit 68 km/h,
Gewicht 44 t,
Länge über Puffer 21.420 mm,
68 (!) Sitzplätze

Blick auf einen Führerstand im Alten Dessauer, die Beschränkung aufs Wesentliche, vier Schalter, vier Motoren, wenn es sein muß zusammen über 800 PS !

Eine der vier Maschinenanlagen, rechts sitzen Prüfhähne für das Motorenkühlwasser,
links Lufthähne, des Schlauch links gehört zur Sandstreueinrichtung. Gut erkennbar
ist die Niet konstruktion des Wagenkastens von 1928.
So sieht es im Fahrgastbereich des Alten Dessauers derzeit aus, die Toilette verfügt noch über eine Wasserkanne als Spülung, die Türe stand nur auf Wunsch des Fotografen offen! Die Türe links bildet den Durchgang zum Gepäckraum (früher Abteil 2. Klasse) mit den seitlichen Falttüren, wie auf dem Foto von Heiko Focken gut zu erkennen. Bei den Falttüren handelt es sich um eine Umbauzutat seitens der WEG.
Man beachte die Fenstersicherung mit Lederriemen wie zu (Ur-) Großmutters Zeiten.
Zum Vergleich sei auf eine Werksinnenaufnahme aus dem Jahr 1924 eines
Benzoltriebwagens der DWK hingewiesen.
Das nächste Bild zeigt eine Innenansicht eines Kleinbahn-(Benzol-)triebwagens der Waggonfabrik Gotha aus dem Jahre 1926, auch so könnte der Alte Dessauer innen im Originalzustand einmal ausgesehen haben. Ganz unten, weil es so schön ist, eine Gesamtansicht jenes Fahrzeuges.
Konstruktive Ähnlichkeiten mit dem Wagenkasten des Alten Dessauers sind offensichtlich.
Nochmals eine Führerstandsansicht vom Alten Dessauer
„840 PS unterm Hintern und vergleichsweise wenig Gewicht, den "T 11", wie er bei uns immer hieß, mußte man im Bahnhof fahren wie einen Porsche: Nur durch vorsichtiges Krümmen des großen Zehs über dem Gaspedal. Im Solobetrieb habe ich nur 1 (bergab) bzw. 2 Motoren gestartet, das reichte locker, um den Fahrplan einzuhalten. Richtig die Post ab ging es mit den schweren Stahltransport- Waggons hinten dran, man beschleunigte vorsichtig aus dem Bahnhof Nürtin- gen heraus, fuhr in den Abzweigbogen, und dann beginnt -förmlich mit einem Knick -die Steigung 1 : 40. An der Stelle gab man beim T 11 einfach Vollgas, und das ohrenbetäubende Gebrüll der vier Motoren war schon ein Genuß. Noch besser wurde es dadurch, daß der Triebwagen weiter Geschwindigkeit zulegte (zumindest auf trockenen Schienen), während alle anderen dann langsamer wurden.“

Die Zeilen schrieb mir Wolfram Bäumer, Redakteur der Zeitschrift „Die Museumseisenbahn“ des DEV, als ich um Erlaubnis zur Weiterverwendung der historischen Schwarz-Weiss-Bilder bat, ein Kommentar erübrigt sich. Er hat als Student bei der WEG „gejobbt“ und auf dem Alten Dessauer auch seine Lokführerprüfung abgelegt und ihn zwischen 1986 und 1990 regelmäßig bewegt..

Das Dokument über die letzten Jahre des Alten Dessauers bei der WEG aus dem Betriebsbuch

Die amtliche Umbaubeschreibung der WEG aus dem Betriebsbuch

Schenkt man dem Wortlaut in der Beschreibung unter a) Glauben, so verbergen sich unter den Sitzpolstern, die auf den Innenraumaufnahmen aus dem Alten Dessauer zu sehen sind, noch die originalen Holzbänke, es konnte dies aber bisher nicht nachgeprüft werden.

Die zweite Seite der Umbaubeschreibung

Man beachte die Anfahrzugkraft des Alten Dessauers von sage und schreibe 24 Tonnen ! Damit wäre auch der Fienstedter Berg mit gut ausgelastetem (Museums-) Zug am Haken entspannt zu packen, bei jeder Witterung ! Entsprechendes gilt aber auch für attraktive externe Ausflugsziele, z.B. die Rübelandbahn oder gar die Strecken im Thüringer Wald. Vom Zustand des Alten Dessauers nach dem erst 1958 beendeten Umbau liegt dem Verfasser diese Übersichtszeichnung vor, ein Vergleich mit der Zeichnung von 1928 lohnt sich. Viele Strukturen von damals haben sich bis heute erhalten. Technische Unzulänglichkeiten bei der Wiedergabe der Zeichnung bittet der Verfasser zu entschuldigen.
Der Umbau ist offiziell durch eine erfolgreiche Probefahrt am 16.06.1958 zwischen Weissach und Korntal beendet worden.

Auf der folgenden Seite sind nochmals zwei Aufnahmen des Alten Dessauers, entstanden bei Neuffen am 24.September 1998, zu sehen, die dem Verfasser dankenswerterweise von Heiko Focken zur Verfügung gestellt worden sind. Etwa einen Monat zuvor hatte der Alte Dessauer seine (hoffentlich nur vorläufig) letzte technische Hauptuntersuchung bei der WEG erhalten.

Foto:Heiko Focken Burg Hohenneuffen, 24.09.1998
Der fotografische „Vor-“ oder „Nachschuß“ zu obigem Bild, ebenfalls vom 24.09.1998,
ebenfalls bei Neuffen

Beide Bilder mögen beim geneigten Leser die Phantasie anregen, vielleicht sieht er den Alten Dessauer vor seinem geistigen Auge schon zwischen Lieskau und Benkendorf (vormals Salzmünde Süd, vormals Kölme) die Landschaft queren.

Die Abnahmeurkunde nach dem erfolgreichen Umbau 1958

Leider befindet sich der Alte Dessauer derzeit (in einem Teilbereich) nicht in allerbester Verfassung. Die WEG hatte ihm zwar noch im Jahre 1998 eine technische Hauptuntersuchung angedeihen lassen, was sich z.B. in nach wie ausnehmend dicken Radsatzbandagen niedergeschlagen hat, so dass er eigentlich mit Ausnutzung der Fristverlängerungsmöglich- keiten bis ins Jahr 2006 hinein hätte eingesetzt werden können, allerdings ist er am 21.05.2001 auf einem unbeschrankten Bahnübergang mit einem Güllefaß kollidiert und danach außer Dienst gestellt worden. Die WEG, mittlerweile wohl zur Connex-Gruppe zählend, wollte eine Reparatur nicht mehr in Angriff nehmen.

Leider sieht der Alte Dessauer zur Zeit äußerlich so aus.
Das Bild stammt von der Homepage der UEF.

Anläßlich des Termins im Oktober 2008, an dem der Verfasser z.B. die Inneneinrichtung und die Auszüge aus dem Betriebsbuch hat abfotografieren können, wurde der Gesamtzustand in Augenschein genommen. Von dem Frontschaden einmal abgesehen präsentiert sich der Alte Dessauer in einem für sein Alter hervorragenden Zustand, insbesondere der Wagenkasten weist nahezu keine Korrosionsschäden auf, wie sie sonst für Fahrzeuge diese Alters typisch sind, etwa durch Rost aufquellende Nietverbindungen z.B. im Fensterbereich o.ä.. Nichts dergleichen konnte festgestellt werden. Auch hat der Fahrzeugrahmen augenscheinlich durch die Kollision keinen nennenswerten Schaden davongetragen, es handelt sich mit großer Sicherheit nur um Blechschäden „oberhalb der Gürtellinie“.

Der auf obigem Bild rechts erkennbare zweiachsige Triebwagen von Fuchs, Heidelberg, 1956, hat übrigens zwei baugleiche Maschinenanlagen nebst Getrieben und wird von den UEF nach umfangreicher Instandsetzung mit gutem Erfolg wieder zum Teil sogar im ÖPNV eingesetzt. Damit ist man dort allerdings triebwagenseitig „versorgt“, weswegen eine Abgabe des Alten Dessauers an uns möglich wurde.
Von anderer Seite wurden wir mindestens ebenso grpßzügig bei dem weiten Transport des Altn Dessauers von der schwäbischen Alb nach Halle (Saale) unterstützt.
Seit den frühen Morgenstunden des 28.August 2009 steht der Alte Dessauer wieder in Sachsen-Anhalt, nun soll er auch wieder mit eigener Kraft fahren!

Der Verfasser hofft, erstens etwas von seiner Begeisterung für den Alten Dessauer vermittelt und zweitens beim geneigten Leser eine solche ausgelöst zu haben.

DESWEGEN UNSERE BITTE: SPENDEN SIE !

Unser Konto wird bei der Saalesparkasse Halle,
BLZ 800 537 62, unter der Kontonr.: 380088860 geführt. Der Verein der Freunde der Halle-Hettstedter Eisenbahnfreunde ist durch das FA Halle-Nord zur Steuernummer 111/143/09771 als gemeinnützig anerkannt.

Ihre Spenden sind steuerlich abzugsfähig.
Für Spenden über einem Betrag von 200,--Euro erteilt der Verein eine gesonderte Spendenbescheinigung, für Beträge unterhalb dieser Schwelle genügt die Vorlage des Überwisungsbeleges(Zahlungsbeleges) in Ihrer Steuererklärung für die Abzugsfähigkeit.

Nach dem Erwwerb des Alten Dessauers soll nun natürlich seine betriebsfähige Instandsetzung bewerkstelligt werden. Möglicherweise glingt es dem Verein der Freunde der H.H.E. für die notwendigen Reparaturarbeiten an der Karoserie und eventuelle Maßnahmen an der Inneneinrichtung wie bereits für die eingangs erwähnten Wagonprojekte Dritte zu gewinnen, es wird aber da Projekt ohne finanzielle Mittel, die der Verin über Spenden aufbringen muss, nicht zu bewerkstelligen sein. Neben den notwendigen Reparaturen, die zum Teil auch in eigenleistung durch Vereinsmitglieder erfolgen müssen, wird die technisc he Hauptuntersuchung zu finanzieren sein, wobei der Verfaser den finanziellen Aufwand hierfür vor dem Hintergrund des guten technischen Allgemeinzustandes de Alten Dessauers vorsichtig auf ca. 30.000,-- Euro schätzt, sodann wir in einer geeigneten Werkstätte eine moderne Indusianlage einzubauen sein, bei einer Dampflokomotive fallen dafür dem Vernehmen nach derzleit etwa (weitere) 25.000,-- Euro an. Dies nur, um eine Vergleichsgrößenordnung zu haben. Zunächst sollte der Erwerb des Alten Dessauer bewerkstelligt werden, danach natürlich seine Instandsetzung. Möglicherweise gelingt es dem Verein der Freunde der H.H.E. für die notwendigen Reparaturarbeiten an der Karosserie und eventuelle Maßnahmen an der Inneneinrichtung wie bereits für die eingangs erwähnten Wagenprojekte Dritte zu gewinnen, es wird aber das Projekt ohne finanzielle Mittel, die der Verein über Spenden aufbringen muß, nicht zu bewerkstelligen sein. Neben dem Kaufpreis* wird die technische Hauptuntersuchung zu finanzieren sein, wobei der Verfasser hierfür vor dem Hintergrund des guten technischen Allgemeinzustandes des Alten Dessauers ca. 25.000,-- € vorsichtig schätzt, sodann wird in einer geeigneten Werkstätte eine moderne Indusianlage einzubauen sein, bei einer Dampflokomotive fallen dafür dem Vernehmen nach derzeit etwa (weitere) 25.000,-- € an, dies nur um eine Vergleichsgrößenordnung zu haben.

Letzte Anmerkungen:

Um das vorliegende Pamphlet illustrieren zu können, war der Verfasser gezwungen auch auf fremdes Bildmaterial zurückzugreifen. Leider war der Zugriff auf den Triebwagen-Report Teil I, Sonderausgabe des Eisenbahn - Journal aus dem Merker Verlag, dem Verfasser bisher nicht möglich, vermutlich finden sich dort weitere Aufnahmen des Alten Dessauers zur DRG-Zeit.

Das schöne Eingangsbild des Alten Dessauers auf der Strecke Nürtingen - Neuffen mit der Ruine Hohenneuffen im Hintergrund und die beiden weiteren Streckenaufnahmen stammen von Heiko Focken, www.desrio.net, heiko.focken@gmx.de.

Die Detailaufnahmen des Alten Dessauers stammen vom Verfasser, konventionell analog anläßlich einer Besichtigung im Oktober 2008 aufgenommen, dankenswerterweise digita-lisiert von Jörn-Uwe Zeug.

Das Bild vom Dessauer Fabrikschild – dem aufmerksamen Leser wird wegen der Jahreszahl 1923 nicht entgangen sein, dass dieses nicht vom Alten Dessauer stammen kann – hat Günther Steinhauer beigesteuert, die Aufnahme ganz am von Schluss Detlef Schikorr.

Die Schwarz - Weiß – Aufnahmen des DWK-Triebwagens (innen) bzw. des Gothaer Triebwagens sind einem sehr informativen Aufsatz bzw- Aufsatznachdruck, veröffentlicht in „Die Museumseisenbahn“, Heft 3/2002 , „ Der Verbrennungstriebwagen – Betriebser- fahrungen bei der Krefelder Eisenbahn“ von Betriebsdirektor Straßburger und Oberingenieur Treptow bzw. der zugehörigen Illustration entnommen. „Die Museumseisenbahn“ ist die (Fach-) Zeitschrift für Kleinbahngeschichte des Deutschen Eisenbahnvereins (DEV), der Deutschlands erste Museumseisenbahn zwischen Bruchhausen-Vilsen – Heiligenberg – Asendorf betreibt und für Kleinbahnfreunde eine der ersten Adressen darstellt. Nicht nur der Fahrzeugpark dort sondern auch das dort liebevoll erhaltene Kleinbahn-„Ambiente“ haben in diesem Museumsbereich sicherlich Maßstäbe gesetzt. Ein Besuch lohnt sich immer, siehe auch unter www.museumseisenbahn.de

Der Verfasser bedankt sich bei allen, die insbesondere Bildmaterial zu diesem Pamphlet beigesteuert haben.

Frickenhausen 9. März 1994

Auf obigem Bild von Detlef Schikorr ist bei ganz genauem Hinsehen erkennbar, dass im Langträgerfeld neben dem dem Betrachter zugewandten Einstieg noch das Original- fabrikschild der Waggonfabrik Dessau AG von 1928 prangt. Diese waren bei Übernahme des Fahrzeugs in die UEF-Sammlung noch vorhanden. Mittlerweile fehlen diese leider, wie auf der Abbildung des Drehgestells auf Seite 6 zu sehen ist. Dem Verfasser sei daher die Verwendung der Abbildung eines formgleichen Schildes als Titelbild nachgesehen.

Schließlich sei um den geneigten Leser auf den Geschmack zu bringen eine der raren Aufnahmen der DRG VT 763-765 aus der Vorkriegszeit vorgestellt. Sie zeigt das Schwesterfahrzeug VT 763 vermutlich unmittelbar vor seine Übergabe an die DRG 1928 im Werk Dessau. Die Aufnahme ist uns aus der Sammlung Dietz über Ralph Lüderitz zur Verfügung gestellt worden.
Sollte die Intention des Verfassers verfangen und sich in einem reichlichen Spendenfluss niederschlagen, so könnte man darüber nachdenken, dem Alten Dessauer seine historischen Stirnseiten wiederherzustellen.

Der Verfasser ist für Hinweise auf weitere Quellen zu den DRG VT 763-765 dankbar.

* Im April 2009 konnten wir aus Spendenmitteln den Triebwagen erwerben.